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Damit sich ihre Kleidung einzigartig wird, gibt es viele Möglichkeiten. Ein Art der Gestaltung stellen wir hier vor:

Mode mit gestickten Motiven

Wir alle sehen sie täglich, manchmal eher unscheinbar, dann wieder sehr auffällig. Mitunter sind sie so selbstverständlich, dass man sie nur noch im Unterbewusstsein wahrnimmt. Auf Lederjacken, Fliegerkombis, Uniformen, Trachten, Fahnen, Wimpeln, ja sogar auf Skihose Damen sind sie zu Hause. Und aufgenäht auf so manchen Rucksack sollen sie zeigen, wo der Weltenbummler schon überall war. Sie sind ein sehr wichtiger Faktor beim Sponsoring und Merchandising geworden, vorallem im Bereich des Sports. Wer kennt sie nicht, die Leistungsträger des Sports im feinen Zwirn im aktuellen Sportstudio oder bei einer der inflationär organisierten Gala-Veranstaltungen vor einer Fernsehkamera. Nach der Frage des Moderators zeigt das Bild eine Totale vom Gesicht des bedächtig zur (vorher mehrfach geprobten) Antwort ausholenden Profisportlers. Während der Antwort wird langsam hereingezoomt. Bis man am perfekt gesteiften Hemdkragen in akkuraten Lettern den Namenszug des Sponsors lesen kann.

(maschinell) gestickte Motiven

Der Tätowierer Ihres Vertrauens wird Ihnen bestätigen, dass nur durch "gutes Stechen" eine lange Haltbarkeit gewährleistet wird. So ist es auch bei der Motiv-Stickerei. Ein mit vielen farbigen Garnen gesticktes Logo hat (noch) eine deutlich höhere Lebenserwartung als seine gedruckten Kollegen. Was sich allerdings trotz perfekter Automatisierung im Herstellungsvorgang auch recht deutlich im höheren Preis bemerkbar macht. Außerdem werden die Textildruckverfahren auch ständig verbessert und können ihre Gebrauchsfähigkeit damit immer weiter in die Länge ziehen. So bleibt es irgendwann wohl eine reine "Image-Entscheidung", ob man sich für die Präsentation eines Motivs oder Werbelogos in gestickter Form entscheidet.

Gestickte Motive haben natürlich auch die Jahrhunderte lange Tradition auf ihrer Seite. Ein prächtig gesticktes Familienwappen auf der jeweiligen Arbeitskleidung des Familienoberhauptes machte schon immer etwas her. Man konnte in grauen Vorzeiten mit der sicher hochgradig erfüllenden Tätigkeit des kunstvollen Stickens ganze Hausfrauen-Generationen vor dem sicheren Langeweile-Tod bewahren. Wohingegen die ersten Versuche, sich mit dem Blut des Feindes sein Triumph-Wappen in den Wams zu "drucken" nicht sooo erfolgreich waren. Damit halten wir fest, dass Motive in gestickter Form ein hohes Prestige und mit der Zeit einen Status-Symbol-Charakter erreicht haben. Stickereien verkörpern immer mehr ein gewisses "Alleinstellungsmerkmal" und versuchen sich als Zeugnis hoher Individualität. Und ihre Exklusivität dürfte durch den Preis- und Qualitätsdruck von Seiten der Gedruckten weiter steigen.

Auch wenn gedruckte Motive inzwischen auch 3-D-fähig hergestellt werden können, bleibt der Stickerei eine weitere Fähigkeit vorbehalten: das Relief. So kann man sein Motiv nicht nur sehen, sondern auch fühlen. Das vermag der Textildruck bis heute nicht zu bewerkstelligen. Mal abgesehen von der individuellen "Befriedigung" beim Streicheln seines Elite-Campus-Logos auf dem Sacko, hat das gestickte Relief auch praktische Vorteile. Bei eingeschränkter Sicht jeder Art ist zum Beispiel an einer Uniform der Dienstgrad eines Soldaten durch Befühlen des gestickten Rangabzeichens erkennbar. Viele sehbehinderte Menschen nutzen kleine Stickereien in den Schildchen ihrer Kleidung zur schnellen Unterscheidung. Dieser praktische Aspekt wird gar nicht so häufig angesprochen.