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Historisches über die Anfänge des Reisens

Urlaubsreisen - wie alles begann

Urlaub, er ist eine der schönsten Zeiten in unserem arbeitsreichen Jahr. Als Arbeitnehmer dürfen wir berechtigt unserem Arbeitsplatz fernbleiben. Unternehmer haben es schon etwas schwerer. Aus Rücksichtnahme auf den Betrieb und ihre Kunden fehlt ihnen häufig die Zeit für ausreichende Erholung. Anders als beim Arbeitnehmer gibt es auch keine gesetzliche Regelung für einen festgelegten Jahresurlaub für Selbstständige. Ist der Urlaub erst einmal beim Chef eingereicht, wird meist eine Pauschalreise geplant. Diese Art von Urlaubsreise wird jährlich von etwa 37 Millionen Deutschen gemacht. Woher kommt denn eigentlich die Idee zu einem organisierten Erholungsurlaub?

Thomas Cook - Pionier der Tourismusbranche

Pauschalurlaub ist beileibe keine Erfindung unserer modernen Zeit. Bereits 1841 hatte ein findiger Geschäftsmann namens Thomas Cook, die Idee Reisen für eine große Zahl an Teilnehmern zu organisieren. Mit Tee, Schinkenbroten und Blasmusik sorgte er für 570 erlebnishungrige Engländer, die er auf eine abenteuerliche Eisenbahnreise schickte. Dazu gab es inhaltsreiche Vorträge über das Übel des Trinkens und Rauchens. Wer weis, heute finden wir ein solches Reiseangebot vielleicht unter der Rubrik "Wellness"? Tourismus, dieses Wort kannte auch schon Goethe. Er war jedoch kein ausgesprochener Pauschalreisender, ihn interessierten vor allem anspruchsvolle Bildungsreisen. Zum ersten Mal ist "tourism" um 1800 im englischen Sprachgebrauch nachgewiesen. Es leitet sich vom französischen "le tour" ab und bedeutet so viel, wie Rundgang oder Reise. Der damalige Tourismus war noch lange keine Massenbewegung. Diese Form von Urlauben machten vornehmlich junge Adlige. Sie wollten die Welt kennen lernen, Erfahrungen sammeln und dabei Beziehungen knüpfen. Das war sozusagen eine frühe Form von Networking mit Lerneffekt.

Thomas Cook ist auch heute noch ein namhafter Reiseveranstalter. Die bekannte Marke hat sich erfolgreich zu der, des zweitgrößten Reiseveranstalters in Deutschland etabliert. An seiner ursprünglichen Idee hat sich nicht viel verändert. Moderne Reiseveranstalter sorgen für einen Transport ihrer Gäste und bringen sie in Hotels unter. Dort werden sie professionell mit Verpflegung und Unterhaltung versorgt. Die Vor- und Nachteile dieser Art seinen Jahresurlaub zu gestalten, haben sich ebenfalls nicht verändert. Der pauschal reisende Urlauber hat es preisgünstig und bequem, Individualität kann er sicher nicht erwarten.

Urlaub für alle - die Neckermänner kommen!

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden Urlaubsreisen langsam für alle erschwinglicher. In den 1970er Jahren entwickelte sich dann ein Massenphänomen. Dank riesiger Billigflieger konnten Urlauber Spanien, Italien, Griechenland und andere reizvolle Ziele zuhauf erobern. Heute sind die Urlaubswünsche der Deutschen recht unterschiedlich. Von der spirituellen Einkehr im Kloster bis hin zur Daueranimation im Club-Hotel ist alles dabei. Auch in diesem Jahr wurden wieder zahlreiche Reisen für den Jahresurlaub geplant. Die Forschungsgemeinschaft Urlaub & Reisen geht von mehr als 60 Millionen aus. Unsere Landsleute geben somit ihr hart verdientes Geld am liebsten für den Urlaub aus.